Eine der meistübersehenen Bands ist wieder da: Nada Surf auf
Moon Mirror Tour machen Halt im Substage

Nada Surf haben wirklich ein Händchen für gute Support Acts.
Als ich sie zuletzt
2016, damals im Tollhaus Zeltival gesehen habe, waren "Me
& Marie" der Support Act, die mir einige Jahre, bis zur
ihrer Auflösung, viel Freude bereitet haben. Diesmal im Substage
waren Jon Doe der Support Act, ein jungs Trio aus Heidelberg /
Karlsruhe die ebenfalls sehr gut sind. Abwechslung war Trumpf
und so war klangen sie mal nach den frühen Pink Floyd, dann nach
Blur aber immer war auch eine Prise Red Hot Chili Peppers dabei.
Das Publikum, von denen nur vier die Hand hoben, als die Band
fragte, wer sie denn schon kenne, ging auch gut mit, vor allem
bei den Mitsing -Teilen. John Doe sind live wirklich zu
empfehlen.

Alles war also gut vorbereitet für Nada Surf, die mit drei
Songs vom aktuellen Album "Moon Mirror" begannen, nämlich
"Second Skin", "In Front of me now" und dem Titelsong. Sänger /
Gitarrist Matthew Caws sprach das Publikum dann auf
Deutsch an und erklärte, dass später weitere neue Songs
gespielt werden würden, aber natürlich auch Platz für ältere
Songs vorhanden sei. Und davon gab es quer durch die
Bandgeschichte so einige "Hits" wie "Inside Love" vom 2002er
Album "Let go", "The Weight is a gift" von 2005, "Cold to be
clear" von 2017 oder "So much Love" von 2020.

Zu dem autobiographischem Song "Mathilda" nimmt sich Matthew
Caws wieder Zeit auf Deutsch den Song zu erklären. In der
Schule war er ein Außenseiter, da er eher feminin als
maskulin daher kam und eine hohe Stimme hatte. "They called
me Mathilda" heißt es in dem Song und "Mathilda" ist die
weibliche Form von "Mathew". Zum Glück hat ihn aber sein
Vater so akzeptiert wie er ist und daher widmet er den Songs
auch allen Eltern, die ihre Kinder ebenfalls so akzeptieren,
wie sie sind.

Eine großartige Setlist also, in der auch Platz für
das Pixies Cover "Where is my mind?" war und eine tolle
Stimmung im bunt gemischten Publikum - schade nur, dass im
Vergleich zu 2016 weniger Leute ins Substage kamen als
damals ins Tollhaus. Aber nicht umsonst werden Nada Surf als
eine der am meisten übersehenen Rock Bands der USA
bezeichnet. Schade, denn diese Band liefert seit Jahrzehnten
großartige Songs und Alben ab, sind live super und zudem
noch äußerst sympathisch. Wo erlebt man noch, dass der
Band Leader nach der Show sich persönlich bei der Vorgruppe
bedankt und dann sich Zeit nimmt für ein Treffen mit den
Fans?

Und wie vor 9 Jahren kommen Nada Surf nach der
letzten Zugabe "Always Love" noch mal zurück um am
Bühnenrand Acapella und mit einer akustischen Gitarre ohne
Mikrophone "Blizzard of '77" anzustimmen. Das euphorische
Publikum ist sofort mucksmäuschenstill (da man sonst nichts
hören würde) und singt dann begeistert mit.
Fazit: wer die Chance hat, Nada Surf live zu sehen,
sollte sie ergreifen.
