Maria de Val stellte ihr Solodebut im Tollhaus vor
Maria de Val heißt eigentlich Maria Molling und ist vielen noch
von früher als Teil von Ganes aus La Val in Südtirol bekannt.
Ich kenne sie vor allem von dem Indie Rock Duo Me + Marie, aber
sie hat auch schon bei Hubert von Goisern und bei vielen anderen
Projekten gespielt. Die Multiinstrumentalistin ist also schon
lange dabei, aber erst letztes Jahr erschien ihr Soloalbum Mëda
Medusa, das sie nun im leider nur spärlich besuchten kleinen
Saal des Tollhaus vorstellte.
Mëda Medusa ist ein sehr interessantes Album. Wenn man den
warmen Indie Rock Stil von Me + Marie im Ohr hat, muss man sich
zunächst umgewöhnen, denn Mëda Medusa klingt über weite Strecken
ganz anders, mehr elektronisch. Und so war ich gespannt, wie das
Album live präsentiert wird.
Maria de Val und ihre zwei Mitstreiter, Bassistin Anna
Emmersberger und Chris Costa an den Keyboards und elektronischen
Effekten begannen mit dem wohl ungewöhnlichsten Stück des
Albums: "Da Ciasa. Das Stück ist eher ein Klangcollage statt
einem Song. Bei diesem Song, wie auch bei anderen eher
elektronischen Stücken wie "Nia Tüa" oder "Ciao Ciao Bella Ciao"
war Maria De Val am Drum-Pad zu hören. Später bei Songs wie "As
we both knew before" und grundsätzlich im zweiten Teil des
Konzerts an der Gitarre.



Die Songs sind mal auf englisch, mal auch deutsch, aber oft auf
ladinisch, der Sprache ihrer Heimat, die nur noch von circa
30000 Menschen gesprochen wird. Gut, dass Maria de Val anbei und
zu den Inhalt der Songs erläutert wie bei "Tomb without a view",
der von einem Mann handelt, der sich lebendig eingraben läßt, da
er davon ausgeht, dass seine Geliebte ihn wieder ausbuddelt.
"Ging leider schief - typische männliche Hybris" meint Maria de
Val lakonisch.
Maria de Val hat ein klasse Händchen für Melodien und gute
Songs, das hat sie schon bei Me + Marie bewiesen. Beim Konzert
wurden die Songs von den drei Musiker:innen prima umgesetzt.
Neben den Songs vom Album wurden zwei mir unbekannte Songs
gespielt und im Zugabenteil gab es auch einen Me + Marie Song:
"Where's your soul" vom sehr zu empfehlenden Debut-Album "One
eyed love".
Fazit: Album und Maria de Val live sind sehr zu empfehlen. Und
obwohl das Konzert so schlecht besucht war, stellte sie ein
Wiedersehen in Karlsruhe für nächstes Jahr mit vielleicht neuem
Album in Aussicht und nahm sich nach dem Konzert Zeit für ein
Pläuschchen am Merch-Stand.