Grobschnitt feiern ihr 55 jähriges Jubiläum und 50 Jahre
"Jumbo"

Grobschnitt gibt es seit 1971 und vor dem Konzert habe ich mir
extra noch mal ihr Meisterwerk "Rockpommels Land " angehört.
Ehrlich gesagt hatte ich Grobschnitt lange Zeit aus den Augen
verloren und "Rockpommels Land" habe ich bestimmt seit mehreren
Jahrzehnten nicht mehr gehört, und so war ich beim Hören des
Albums überrascht, dass ich noch jeden Ton, jeden Akkordwechsel
kannte. Von der ursprünglichen Besetzung sind nur noch 2 übrig:
Leadgitarrist "Lupo" und Sänger/Gitarrist "Willi Wildschwein".
Dazu gekommen ist Willis Sohn "Nuki". Zu Dritt präsentieren sie
seit einiger Zeit Grobschnitt Klassiker im akustischen Gewand.

Los ging es, zu meiner Überraschung im großen Saal des
Tollhaus, statt dem von mir erwarteten kleinem Saal, mit "Merry
Go Round" vom gleichnamigen Album. Man merkte schnell: da sind 3
tolle Gitarristen am Werk, wobei Lupo" mit seinen exzellenten
Soli dabei hervor sticht. Willis Stimme klingt noch genau wie
vor 50 Jahren und die 3 Musiker schaffen es, die Essenz von
Grobschnitt in dieser kleine Formation zum Leben zu erwecken.

Grobschnitts Meisterwerke sind das bereits erwähnte
"Rockpommels Land" sowie "Solar Musik", das in in vielen
Versionen gibt und eher eine Art Jam Session ist. Klar das beide
Werke mit jeweils 30 Minuten ausreichend Raum bekamen. Aber auch
Songs vom Album "Jumbo" (50 jähriges Jubiläum!), das sowohl in
englischer als auch in deutscher Sprache erschiene, wie "Vater
Schmidts Wandertag" wurden gespielt. Im Laufe des Konzerts wurde
immer mehr Lightshow geboten und auch der in den 70er Jahren
beliebte Bühnennebel wurde aktiviert, wobei dieser auch weite
Teile des Publikums umschloss. Dies passte zu der Musik, die
über weite Teile instrumental ist und typisch für die deutsche
Variante des Prog-Rock ist, die in den 70ern keinen Vergleich
mit Bands wie Yes oder den frühen Genesis scheuen musste.
Neben der Musik hab es auch viel über die Geschichte von
Grobschnitt zu erfahren: Lupo verlas eine alte Konzertkritik
(ein einziger Verriss), Willi ging kurz auf das Ende der
klassischen Besetzung in den 80er Jahren ein und Nupi steuerte
seine Perspektive als damaliges Kind eines Vaters, der viel
unterwegs war hinzu.
Die Drei hatten viel Spaß auf der Bühne und dem Publikum gefiel
das Konzept auch sehr gut. Man glaubt kaum, dass 2 der Musiker
auf der Bühne schon weit über 70 sind - Musik scheint wirklich
jung zu halten. Und ganz zum Ende beschenkte Grobschnitt die
Fans mit Autogrammkarten, die nach dem Konzert verteilt wurden.
Fazit: ich war zunächst skeptisch ob man die Grobschnitt Werke
in akustischer Version spielen kann und wurde eines besseren
belehrt: dieses Konzert hat viel Spaß gemacht und beamte einen
zurück in die 70er. Hut ab vor diesen 3 Musikern!