Sehr abwechslungsreich und vor allem lustig: Julius Fischer im
Tollhaus
Julius Fischer bezeichnet sich selbst als Autor, Moderator und
Musiker. Seine aktuelle Tour läuft als Lesung, sein letztes
Programm war aber ein Musikprogramm, wie er gleich am Anfang
seines Auftritts (übrigens sein erster Auftritt im Tollhaus)
erzählt. "Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung" heißt sein
aktuelles Programm und das ist auch der Titel des dritten
Bandes seiner "Ich hasse Menschen Reihe", aus dem Julius
Fischer an diesem Abend lesen wird. Der ihm nicht ganz
unähnliche Protagonist erlebt dabei oft lustige Begebenheiten,
die sehr sehr unterhaltsam sind.
Beispielsweise sein Anzugkauf, bei dem das Zusammentreffen mit
einer resoluten Verkäufern ihn von einer Notlüge zur nächsten
treibt und der, um das Lügenkonstrukt aufrecht zu halten, darin
gipfelt, dass er seiner später hinzukommenden Freundin einen
Heiratsantrag macht, oder aber sein nächtlicher Spaziergang mit
kleinem Kind und seine Begegnung mit einem Nazi. Auch prima:
sein erster Besuch eines Werkstoffhofes.
Und zwischendurch streut er Songs ein, die er entweder auf
Gitarre oder per IPad begleitet. Die sind noch komischer als
seine Geschichten, so trägt er, passend zur derzeitig
stattfindenden WM, seine Version des ultimativen WM Songs bei,
schreibt für seine Freunde im Urlaub einen klasse
Ballermann-Schlager oder sendet Liebe aus, mit einem
italienischem Flamenco Schlager. Das tolle ist: er hat eine
tolle Stimme und musikalisch schafft er es jedes Genre passend
musikalisch zu präsentieren, von Hip-Hop bis zu den Toten Hosen,
"seitdem sie Schlager machen", wie er augenzwinkernd bemerkt.
Fazit: Julius Fischer sollte man sich merken und ich hoffe,
dass ich auch mal in den Genuss eines seiner Musikprogramme
kommen werde, wobei die Lesung an diesem Abend auch toll war.
Unbedingt merken!