Drei unterschiedliche Preise für drei unterschiedliche Autoren
und Autorinnen bei der Media Control Book Night in Baden-Baden

Anlässlich von 50 Jahre Media Control wurden in Baden-Baden 3
Autoren / Autorinnen mit Awards ausgezeichnet und zwar Juli Zeh,
Campino und Sebstastian Fitzek. Klang interessant, die Tickets
gab es für erstaunlich billige 5 Euro und dann wird auch noch
eine musikalische Umrahmung durch die Philahormonie Baden-Baden
in Aussicht gestellt und das Ambiente stimmt auch - da muss man
einfach hin.

Mit leichter Verspätung (Campinos Anreise verzögerte sich) ging
es um 18:45 los, zunächst mit dem Gründer von Media Control,
Karlheinz Kögel , der kurz auf die 50 Jahre zurückblickte und
erläuterte, wie Media Control von Musik-Charts zu Book Charts
gekommen ist. Die eigentliche Keynote hätte Cem Özdemir halten
sollen. Da er verhindert war sprang kurzfristig Wolfgang Kubiki
ein, der höchst unterhaltsam sich mit der Bedeutung des Buches
in Zeiten von KI auseinandersetzte und die Frage streifte, warum
so viele Juristen erfolgreiche Autoren sind (neben Fitzek und
Zeh verwies er beispielsweise auf John Grisham).

Als erste Preisträgerin wurde Juli Zeh für insgesamt 6
Millionen verkaufte Bücher mit dem "Platin Award"ausgezeichnet.
Ihr Roman "Corpus Delicti" ist längst Abi-Pflichtlektüre und im
Gespräch mit Jörg Thadeusz erzählt sie kurz von ihrer Schulzeit
und kabelt sich dann mit Thadeusz höchst unterhaltsam über die
Frage, ob sie denn Bundespräsidentin werden solle oder wolle.
Gelesen wurde auch: aus ihrem Roman "Unterleuten" las Juli Zeh
eine Passage und als Premiere las sie einen Auszug aus ihrem
kommenden Roman "Pony Show".
Campino ist nicht nur Sänger der "Toten Hosen" sondern auch
Autor der Autobiographie "Hope Street"- 150 000 Exemplare gingen
über den Ladentisch und dafür gab es auch einen Award, den
"Premium Gold Award". Campino durfte sich seinen Laudator
auswählen und er entschied sich für seinen Freund Tees Ulmamn,
wie Campino Musiker und Autor. Und das war die richtige Wahl -
super Laudatio! Vor allem die Stelle, in der Ulmann beschreibt,
wie er zum ersten Mal etwas von Campino aus seinem ersten Buch
"Hope Street" zu lesen bekam und mit dem Satz "Campino, du musst
das nicht machen" reagierte, war großartig. Campino hingegen
nahm den Award mit den Worten "Super Türstopper für die
Teerassentür" entgegen, auch wenn er es dann relativierte und
dem Award einen Platz auf seinem Schreibtisch in Aussicht
stellte. Dies aber auf Campino Art, sodass man weiß: dort wird
der Award nie landen.
Und als Dritter im Bunde wurde wurde Thriller Autor Sebastian
Fitzek ausgezeichnet. Gold und Platin gab es schon, was also
überreicht man einem Autor, der über 20 Millionen Bücher
verkauft hat? Klar, den Diamant-Award. Als Laudatorin war Kim
Fischer vor Ort, die mit Fitzek eine zeitlang die Talkshow
"Riverboat" moderiert hatte. Wir lernten dabei, dass Thriller
Autoren, zumindest Fitzek, eigentlcih Weicheier sind, denen
schon Aktenzeichen XY zu gruselig ist und dass er, im Gegensatz
zu Stephen King, mehrere Fassungen seiner Bücher schreibt, da
der erste Entwurf meist zu schlecht sei. Aus seinem Buch "Der
Nachbar" gab es auch eine Passage zu hören und wir erfuhren,
dass Fitzek stets mit dem Konzept "Autor liest aus seinem
Werk vor" haderte, unter anderem weil er meint, dass
Hörbuchsprecher das viel besser können. Aus diesem Grund sind
Fitzek Lesungen eigentlich selten "normale" Lesungen sondern
bieten oft etwas zusätzliches an und ähneln eher Rockkonzerten
als Lesungen.
Zwischen den einzelnen Blöcken und zum Abschluss spielte die
Philharmonie Baden-Baden bekannte Stücke wie "Morgenstimmung"
von Edward Grieg oder "Pomp & Circumstances" von Edward
Elgar.
Fazit: ein höchst unterhaltsamer abwechslungsreicher Abend - 3
Stunden vergingen wie im Flug.