Was für ein toller Abend: BAP feiern im Stadion ihr
50-jähriges Jubiläum
50 Jahre BAP: das muss gefeiert werden und zwar im großen
Rahmen, sprich dem RheinEnergieStadion in Köln Müngersdorf.
46000 sind an einem heißen Sommertag ins Stadion gekommen - BAPs
erster Stadion Auftritt als Headliner war somit ausverkauft. Das
ganze hat etwas von Familientreffen: von nah und fern waren die
BAP Fans ins Stadion gekommen, man konnte wunderschön gestaltete
PKWs vor und eine sehr breite Palette an BAP Tour Shirts aus
fast allen Jahrzehnten im Stadion bestaunen.
Los ging es kurz vor 18 Uhr mit Stoppok als Support. Stoppok
live mit Band ist eigentlich immer großartig aber leider war der
Sound an meinem Platz auf der Osttribüne wirklich furchtbar. Es
hallte ohne Ende und sowohl der Gesang als auch die Ansagen
waren nicht zu verstehen.

Glücklicherweise änderte sich das schlagartig zum Besseren als BAP kurz nach 19 Uhr die Bühne betraten und mit "Hück ess sing Band en der Stadt" loslegen. Der Song beschreibt schön die Vorfreude, die man als Fan empfindet, wenn man seine Band endlich einmal live sehen kann. Passend dazu erschien Konzertplakat des Auftritts der Rolling Sones in Köln aus den 1960gern auf den Leinwänden. Das Konzert also, bei dem Wolfgang Niedecken seine Band, die Stones endlich live gesehen hat.
Die Klassiker "Nemm mich met" und "Nix wie bessher" dienten
Band und Publikum zum Warmspielen gefolgt von "Jenau gesagt: Pp
Odyssee" vom bislang letzten Studio Album "Alles fließt". Man
sieht also: von den Anfängen bis heute ist fast alles aus 50
Jahren BAP dabei, angefangen vom ersten Radiohit "Waahnsinn",
dem Cover von Wild Thing, über "Waschsalon", "Alexandra, nit nur
do" , "Psycho Rodeo", "Musik, die nit stührt" bis hin zu "Ruhe
vor'm Sturm" war fast aus jeder Phase der langen Karriere von
Bap beziehungsweise Wolfgang Niedecken etwas dabei.
Klar steht das Feiern im Vordergrund, aber BAP wären
nicht BAP und Niedecken nicht Niedecken wenn es keinen
Raum für ernste Themen gäbe. Und so war "Ruhe vor'm Sturm" Teil
eines Blocks der mit "Widderlich" begann, "Kristallnaach" auf
hochdeutsch beinhaltete und mit "Arsch huh, Zäng ussenander"
endete.
Für's Auge wurde durch die passenden Videoeinspielungen auch
gesorgt, allerdings musste man schon einen möglichst zentralen
Blick auf die Bühne haben. Auf den seitlichen Tribünen war der
Blick auf die zentrale Leinwand doch recht eingeschränkt
bezwihungsweise gar nicht vorhanden.
Balladen, beziehungsweise Liebeslieder im Sitzen gab es natürlich auch und mit "Frau ich freu mich" und, klar "Verdamp lang her" endete der reguläre Set vor den Zugaben. Es hat schon einen Gänsehaut Moment wenn 46000 den Refrain singen und in der Zeit zwischen Verlassen der Bühne und den Zugaben "Oh wie ist das schön" abstimmen. Köln halt.

Im Zugabenblock ging es dann kurz in die USA mit "Amerika" vom
gleichnamigen Album und dem Springssteen Cover "Hungry Heart"
bevor es dann zurück nach Kölner genauer gesagt ins
Fussballstadion ging, denn "Für ne Moment" hieß heute "FC,
jeff Jas!" und wurde in der Ewigkeitsversion gespielt. Und zum
Schluss dürfen alles bei "Jraaduss" noch mal so richtig singen.
Gehen will dann aber niemand, denn aus den Boxen wird der Black
Fööss Klassiker "En unserem Veedel" eingespielt und das Kölner
Publikum hakte sich untereinander ein, schunkelte und sang
lautstark mit.
Fazit: gelungene Geburtstagsparty, allerdings hatte ich, neben
Stoppok, der am Schluss bei "Jraaduss" auf die Bühne kam, mit
mehr Gästen gerechnet, so wie bei der 10 Jahre BAP Feier
damals auf den Uni Wiesen.