Höllisch gut
Kann man zum Thema AC/DC ein Musical machen ohne dass die Musik Andrew Lloyd Webber mäßig weichgespült wird? Ja, man kann wie das Kammertheater mit der aktuellen Produktion Highway to Hell - Die AC/DC Tribute Show beweist. Moment? Tribute Show oder Muscal? Ein wenig von beidem, denn AC/DC Tribut Shows gibt es ja genug, aber wenn man das mit einer Handlung verbindet, landet man in der Musical Schublade, vor allem wenn die Handlung nicht etwa die Bandgeschichte nacherzählt sondern völlig losgelöst davon ist. Etwa so wie das Abba Musical / der Film eine Handlung rund um Abba Songs bastelt so entsteht hier eine Handlung rund um AC/DC Songs.
Kurz worum es geht: zum Einstieg nach einem tollen Intro mittels Projektion, das Szenen wie aus einem AC/DC Video direkt auf das Bühnengeschehen mit tollem Bühenbild (der AC/DC Blitz!) überleitet, sieht man "Mütze" wie er mit seiner AC/DC Triubt Band namens CA/DA im Elternhaus probt. Clever, denn so können direkt am Anfang ein paar Ac/DC Klassiker gespielt werden.
Mütze ist aus Köln ins heimische Karlsruhe in die Doppelhaushälfte seiner Eltern zurückgekehrt, auch, da nach dem Auszug des Vaters Rainer viel Platz für ihn und seine Band ist. Mutter Eva hadert natürlich damit, dass Rainer sie wegen der deutlich jüngeren Luna verlassen hat. Luna wiederum war früher einmal die Freundin von Mütze, was die Situation nicht einfacher macht. Nachbarin Cheyenne stört sich natürlich daran, dass CA/DA lautstark probt und dann wird Rainer wiederum von Luna verlassen und will zu Hause wieder einziehen.
Dies ist eigentlich der Ausgangspunkt der Handlung und im weiteren sieht man, wie Eva, toll gespielt von Michaela Hanser von der gedemütigten Ehefrau zum Racheengel mutiert und Rainers Leben nach und nach zerstört. All das bringt allen Protgaonisten, nicht nur der Band, AC/DC Songs zum Besten zu geben, und das rockt wirklich. Denn CA/DC sind im wirklichen Leben die AC/DC Tribut Band 90/DD und deren Sänger Benjamin Bumm kann nicht nur wie Brian Johnson oder Bon Scott klingen sondern überzeugt auch in der eher ungewohnten Rolle als Schauspieler. Musikalisch ist alles so wie es sein soll, neben Benjamin Bumm ist vor allem Michael Bux als Gitarrist sozusagen in der Rolle des Angus Young hervorzuheben. Knallige Riffs, tolle Soli und den Duck Walk und mehr hat er auch drauf. Und Dominique Mauer (Bass), Manuel Wendland (Schlagzeug) und Matthias Richter (Gitarre) liefern den Rest des wiklich überzeugenden AC/DC Sounds.
Wie gesagt: auch die Schauspieler / Schauspielerinnn singen den ein oder anderen Song, mal alleine, mal im Duett oder als Background Sängerinnen und auch da sind alle toll, egal ob Michaela Hanser als Eva, Astrid Hass als Cheyenne, Teresa Sperling als Luna oder Thomas Cermark als Rainer. Und zum großen Finale überzeugt Astrid Hass auch noch am Schlagzeug. Toll!
Fazit: unbedingt hingehen wenn man auf Hard Rock im Allgemeinen oder AC/DC im Speziellen steht. Es lohnt sich! Bühnebild, Band, Sound und Schauspiel überzeugen und machen Spaß und keine Angst: die Musik kling fast wie im Original und nicht nach Andrew Lloyd Webber.